Ansel Adams

Quelle: Wikipedia

Heute fand ich den Eintrag Ansel Adams in meinem virtuellen Notizbuch. Ich kann mich nicht erinnern, warum ich mir das notiert hatte, aber was ich bei Google fand, gefiel.

Brot 1

So sah das Brot aus, 50 Sekunden nachdem ich es aus dem Backofen geholt hatte. Es ist das erste Brot, das ich selbst gebacken habe. Ich las, dass Brotbacken eine schwierige Angelegenheit sei und einige Übung erfordere. Doch wenn man diese Kunst einmal beherrsche, würde man kein Brot mehr käuflich erwerben. Meine Erwartungen an das erste Brot waren nicht sehr hoch. Sie wurden leicht übertroffen. Es ging nur wenig auf, von einer Scheibe war man schon fast satt, doch mit Olivenöl und Kräutersalz schmeckte es trotz alledem vorzüglich. Schön ist vor allem die Aussicht, dass es von mal zu mal besser werden sollte.

Madrid (6/6)

Während dem Start des Flugzeuges auf dem Flug Richtung München musste ich denken, wie übel die Menschen es eigentlich drauf haben. Dass sie tausende Eisenvögel ständig um die Erde fliegen lassen. Und an all die abgebrühten Businessleute, die beim Start nicht einmal mehr von der Zeitung aufblicken: Ein bisschen mehr Respekt bitte! Schon klar, Fliegen ist nichts besonderes mehr, aber gerade deshalb eben doch. Lustig ist auch, dass man an Bord denkt, man selbst würde das Flugzeug steuern, und ist ein bisschen stolz. Dabei verstehen nicht einmal jeder die physikalischen Gesetzen, wegen derer der Vogel fliegt. Auch nicht unter denen, die da so cool auf die Zeitung starren.

Als es dann dunkel wurde und sich die beleuchteten Straßen und Häuser auf dem Boden abzeichneten, musste ich denken, dass das Netz, dass unter mir sichtbar wurde, nicht nur eine Metapher für unsere Stärke (der Menschen) ist, sondern auch unsere einzige Chance. Auch das Flugzeug entsteht nur durch die Vernetzung der Techniker aller Spezialgebiete. Kein Mensch versteht noch das Ganze in all seinen Facetten. Fatal ist nur, dass der Mensch nur das beherrschen kann, was durch sein Netz abgedeckt ist. Was sich außerhalb des Netzes abspielt, kann zwar durch das Handeln innerhalb des Netzes ausgelöst sein, aber nicht kontrolliert. Ich denke da an Schäden in Afrika, die durch das Leben in den Industrieländern entsteht. Ganz naiv hoffe ich deshalb, dass die Vergrößerung des Netzes, bis es die ganze Welt einschließt, die Rettung ist.

Unspektakuläre Beobachtungen

Die Schlangen vor den Lotteriehäuser sind länger als vor den Wahlbüros.

In einem kleinen Bahnhofskiosk wurde während des Sommers Eis verkauft. Als es öfters regnete, wurde die konzeptionelle Ausrichtung des Ladens auf Autolackpflegemittel umgestellt, um jetzt, gegen Weihnachten, auf Kopfhörer und Real Madrid Fanartikel zu setzen.

Was ich gerne nach München mitgebracht hätte

Mauervorsprünge und Balkone. Die glatten Fasseden der Häuser sind so langweilig.

Pudding mit Keksen drin.

Das ganze Jahr über Tomaten, Paprika, Aubergine kaufen, auch noch ziemlich günstig.

Knapperzeug zum Bier.

Ein kleines Frühstück am Samstagmorgen bestehend aus Cruisan und Kaffee für 2,50 Euro.

Was ich hier so koche

Seit ungefähr acht Wochen esse ich fast jeden Tag eine Variation ein und desselben Gerichts, und es wird einfach nicht langweilig! Reis, Nudeln oder Kichererbsen mit frischen Tomaten oder aus der Dose und Zucchini und/ oder Aubergine und/ oder Paprika und/oder Mais, garniert mit Oliven und/ oder Mozzarella, gewürzt mit Salz, Pfeffer, Paprikapulver und Oregano.

Madrid – Valencia (5)

Museo de Artes y Sciencia

Strand

Valencia ist ein bisschen komisch, jedenfalls was ihr Verhältnis zum Strand betrifft. Zuerst fällt auf, dass sich die Altstadt ein Stück vom Meer entfernt befindet. Dann, dass er nicht überlaufen ist. In jeder normalen Stadt am Mittelmeer befindet sich parallel zur Strandkante eine Hotelzeile – hier nicht. Was Deutsche, die dem Meer meist fern sind, in Wallung bringt, lässt den Valencianer kalt. Am Abend um acht ist man am Strand fast ein wenig einsam. Zumindest Mitte Oktober.

Streetart

Wem Streetart gefällt, dem gefällt auch Valencia. Selbst in der historischen Altstadt bieten verlassene Häuser, die langsam vor sich hinverfallen, eine gute Leinwand – wenn man noch freie Stellen findet. Anders gesagt: Die ganze Stadt ist bemalt, und sehr oft auch sehr schön. Doch schon bald wundert man sich über diesen sinnlosen Leerstand und fragt sich: Stapeln sich vielleicht die Renovierungsanträge im Rathaus, weil der zuständige Sachbearbeiter sich weigert, sie abzustempeln, so lange man ihm keinen ordentlichen Kaffee ausgibt?

Genau so wie in Barcelona wird in Valencia katalanisch gesprochen, eine Mischung aus französisch und spanisch. Das klingt nach einer lustigen Mischung, immerhin sind französisch und spanisch vom Klang her ganz unterschiedlich. Und doch entstammen beide der selben Familie und gehören zu den romanischen Sprachen. Im Gegensatz zu Deutsch und Englisch, die dem großen Konkurrenten, den germanischen Sprachen, angehören.

Nachdem man den Fluss, der früher mitten durch die Stadt floss, umgeleitet hat, wurden in seinem ehemaligen Flussbett ein paar Millionen Bäume gepflanzt. Es schlängelt sich also ein breiter Park durch die Stadt, mit Plätzen und Brunnen zum Sporteln und Entspannen. Ziemlich cool.

Wald

Puppe

 Streetfotograph

 

 

Madrid- Sevilla (4)

Das letzte Wochenende verbrachte ich in Sevilla – Autonome Gemeinschaft Andalusien, 700.000 Einwohner, 141 km2 Fläche und viel Geschichte. 45 v. Chr. erhob Julius Cäsar die Stadt zur Colonia. Ein wenig lässt sich die vergangene Zeit an den Gebäuden ablesen, die jede Epoche hinterlassen hat. Man wundert sich ein wenig über die Lage dieser viertgrößten Stadt Spaniens – weit und breit kein Meer, die Temperaturen höllisch heiß (im Sommer zwischen 35 und 40 Grad, in den anderen Jahreszeiten ein wenig darunter). Der Grund ist der fruchtbare Boden, von dem die Stadt großflächig umgeben ist. Ebenso wie von seiner zweitausendjährigen Geschichte ist die Stadt von zwei Großveranstaltungen geprägt: Die Ibero-Amerikanische Ausstellung 1929 und die Weltausstellung 1992. Sie hinterließen Parks und Plätze wie den Plaza de Espana

und bescherten der Stadt eine Hochgeschwindigkeitsstrecke nach Madrid, allerdings auch einen Schuldenberg, an dem die Stadt noch heute zu nagen hat. Für die 532 km (google maps) Strecke Madrid nach Sevilla braucht die Bahn 2,5 Stunden. Ohne Kommentar die Daten der Zugverbindung München – Berlin: 589 km und nicht weniger als 6 Stunden mit ICE.

Street Photography

Was für hochwertige Fotos man mit einem Smartphone machen kann! Ein großer Unterschied zu den dicken Kameras ist nicht zu sehen. Das Leben mit interessanten Schnappschüssen zu dokumentieren ist eine tolle Sache. Auch den Reiz daran, fremde Menschen zu fotografieren, kann ich nachvollziehen – die paar Mal, die ich das gemacht hab, waren schon ein Nervenkitzel. Ein paar Tricks, auffällig unauffällig Fotos zu schießen, kann man sich auch abschauen, sieht spaßig aus. Wobei schon die Frage berechtigt ist, ob es okay ist, fremde Menschen ungefragt abzulichten – auch wenn Streetfotografieren das natürlich ganz in Ordnung finden. Rechtlich gesehen ist es das ja auch. Ich bin der Meinung, dass es nur okay ist, weil die Menschen die Bilder wahrscheinlich nie zu Gesicht bekommen und die Betrachter sie nicht mit den echten Menschen in Verbindung bringen. Das könnte sich mal ändern, nämlich wenn facebook oder google eine Gesichtersuche freigeben, was technisch schon kein Problem mehr ist. Dann könnte es mit der Stereofotografie schnell vorbei sein. Wenn ich meinen Namen in der Suchzeile eingebe und einige grausame Fotos meines Antlitz finde, würde ich die Täter wohl schnell anschreiben und um Löschung bitten.

Madrid – San Sebastian (3)

Unspektakuläre Beobachtungen – Teil 3

Es gibt hier keine Mücken. Dieser Satz sieht so unspektakulär aus, was total unangemessen ist, denn es ist höchst spektakulär!

Wenn ein Busfahrer an einer Haltestelle verfrüht eintrifft, wartet er nicht, bis die Zeit den Bus eingeholt hat, sondern freut sich über die herausgefahrenen Minuten, und gibt sie nicht mehr her.

Auf einer Brücke in San Sebastian spielte ein blinder Mann Ziehharmonika – von früh bis spät. Ich fragte mich, wie er das so wahrnahm, den ganzen Tag Musik zu machen. Der Mensch fühlt den Lauf der Zeit ja nicht direkt, sondern muss ihn zum Beispiel vom Stand der Sonne ableiten. Was der blinde Musiker ja nicht kann. Fliegt der Tag deshalb nur so an ihm vorbei? Oder kennt er die Uhrzeit viel präziser, als alle anderen Menschen, weil er seine Lieder zählt?

In Parks sind oft Sportgeräte aufgestellt, Stangen und so. Die sind nicht nur Dekoration, am Abend werden die tatsächlich ausgiebig genutzt.

In San Sebastian ertönt zu jeder vollen Stunde die Melodie vom Big Ben, allerdings so falsch, dass mir jedes mal ein Schauer über den Rücken lief. Vielleicht kommt man so aber auch um die Lizenzgebühren herum.

Wenn in Deutschland die Sonne scheint, reisst man sich im Park sogleich das T-Shirt vom Leib, um die käsigen Gliedmaßen zu bräunen. Hier behält man die Kleidung auch in der Sonne an – man wird durch sie durch braun genug.

Dime! Venga! Wuerde man die umgangssprachlichen Sätze ins Deutsche übersetzen, man hielte die Spanier für recht unhöflich. Sprich mit mir! – nachdem man den Hörer abhebt. Komm! – als Abschiedgruss. Empfunden wird das hier aber ganz anders, so lange man sich gut kennt. Dann kann man in der Bar ein Bier bestellen, indem man Pon me una cerveca sagt (Stell mir ein Bier hin), während man als Deutscher lieber ein könnte, bitte, würde zu viel benutzt.

EE UU – diese Abkürzung ist mir immer wieder in der Zeitung aufgefallen und ich hatte keine Ahnung, für was sie stehen könnte. Jetzt weiß ich es, sie steht für Estaduos Unidos, also die USA. Und weil das im Plural ist, werden die Buchstaben verdoppelt. Irgendwie lustig.

Spätestens, wenn einem ein Okay herausrutscht, hat man sich als Fremdsprachler enttarnt. Okay sagt hier niemand. Ich vermute, dass es den Spaniern einfach schwer über die Lippen geht. Besser ist okidoki. Noch besser ist das spanische Wort, Vale, sehr gerne auch aneinander gereiht: Valevalevalevale.

 

 

 

Madrid (2)

Unspektakuläre Beobachtung – Teil 2

Spanische Paare lassen sich beim Küssen nicht von der Öffentlichkeit stören. Props dafür!

Mit dem Fahrrad ist hier kaum jemand in der Stadt unterwegs – das soll sich ändern! Es gibt jetzt einen Kurs, in dem man die Vorzüge des Fahrrads durch praktische Beispiele kennen lernen kann. Ich glaube, ich mach da mal mit, vielleicht kann es mich überzeugen.

Die Spanier lerne ich als sehr höflich kennen. Vor Türen bilden sich oft kleine Schlangen, wenn Gruppen darauf zusteuern, weil jeder den anderen den Vortritt lassen will. Und da ich schon bei Verallgemeinerungen bin: Sie sind außerdem sehr hilfsbereit und gutaussehend.

Ich fragte meinen deutschen Kollegen, ob er sich vorstellen könne, für immer in Madrid zu bleiben. Er meinte, dass sei unmöglich, wegen dem Essen. Er ist Vegetarier.

Die Anzahl an Lacoste und Ralph Lauren Trägern ist wahnsinnig hoch, ohne dass die Preispolitik hier eine andere wäre. (Ein BWLer hat ein Auge für sowas.)

In Spanien liegt die Arbeitslosigkeit bei 20 Prozent, in Madrid ein wenig darunter. Das ist schlimm. Noch schlimmer ist es für Jugendliche, fast jeder zweite findet keine Stelle! Das kann nur bedeuten, dass die Unternehmen zwar wenig Arbeiter entlassen, aber keine Neuen mehr einstellen. Doch so richtig spürt man das nicht, wenn man in der Stadt lebt. Ich vermute, dass viele gut ausgebildete Jugendliche in Vororten frustriert bei ihren Eltern wohnen. Eine traurige Vorstellung. Man bemerkt es nur an den fast täglichen kleinen Demonstrationen auf dem Plaza del Sol, die in der Zeitung ein wenig größer aussehen. Und an den Menschen mit neongelben Schutzwesten, die in der Fußgängerzone Gold verkaufen wollen. Glauben denn so viele Spanier schon nicht mehr an den Euro?

 Weitere unspektakuläre Fotos

Madrid (1)

Ich hätte es nicht vermutet: Mit 3.3 Millionen Einwohnern ist Madrid drittgrößte Stadt Europas, hinter London (7.6) und Berlin (3.5), und ist sogar deutlich größer als Paris (2.2). Das entspricht, zur Wiederholung für mich selbst, ich kann mir die Zahlen einfach nicht merken, zweieinhalb Mal München (1.3). Und man bemerkt es auch. In meinem Reiseführer steht (Marco Polo), dass der Musiker Pablo Carbonell dachte, er sei in New York, als er aus der Metrostation auf die Gran Via trat. Ich dachte dasselbe, obwohl ich noch niemals in New York war, und deshalb möchte ich da auch hin. Einige Tagewar ich mit der Kamera unterwegs, um die Stadt irgendwie einzufangen. Ich habe es nicht hinbekommen. Nur auf einem vielleicht.

Es war echt ein gutes Gefühl, mit der Kamera vor dem Auge über den Zebrastreifen zu spazieren, den Ausschnitt zu wählen. Währenddessen zu wissen, dass ich nur einmalabdrücken kann, und deshalb auf den besten Moment warten musste. Da wird einem der Lauf der Zeit sehr deutlich bewusst. Umso ärgerlicher ist es, dass irgendwie die Kameraeinstellungen vermurkst waren, und die Körnung ziemlich grausig ist. Oder chon wieder ziemlich cool? Und noch ein paar Fotos, die ganz okay sind.

Unspektakuläre Beobachtung - Teil 1

Auf einmal ist mir aufgefallen, dass ich im Land der Seats so wenige Seats sehe. Das ist erstaunlich. In Italien fahren die Leute meist Fiat, und das nicht aus Qualitätsgründen. Dasselbe in Frankreich mit Peugeot, Citroen und Renault. Von dieser Marke sind hier auch Polizeiwagen. In München unvorstellbar, es muss ein BMW sein. Kein Wunder, dass Seat in den roten Zahlen ist, wenn sie nicht mal ihre Landsleute begeistern können.

Viele Dinge piepen hier laut und melodisch: Ampeln, Türen der S-Bahnen, Handys. Bisher finde ich das praktisch und aufmunternd, falls sich das aber auf alle anderen Gegenstände ausbreiten sollte, könnte es anstrengend werden.

Weitere unspektakuläre Beobachtungen werden folgen, ich bin ja noch drei Monate hier.

Fotografie

Wenn ich so durch die Fußgängerzonen laufe und in die Elektromärkte blicke, habe ich das Gefühl, dass das Interesse an Fotografie immer weiter zunimmt. Großen Spiegelreflexkameras wird immer mehr und prominenterer Platz eingeräumt, und das bestimmt nicht, um zu missionieren – die Dinger werden gekauft.
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