>> Elektro-Alien birgt hohes Risiko

Project i steht für einen radikalen Paradigmenwechsel: Motor hinten statt vorne, Elektroantrieb statt Diesel oder Benzin, zweiteilige Fahrzeugstruktur mit Drive-Modul aus Alu (Chassis) und Life-Modul aus Kohlefaser (Karosserie). Entsprechend ist die Anspannung überall im Konzern greifbar. Sorgen macht vor allem die Akzeptanz. Ist der Kunde wirklich schon bereit, rund 40.000 Euro in die neue Technologie zu investieren? Und wenn Ja, welche Stückzahlen wird der Markt in welchem Zeitraum abnehmen?

Mir imponiert es sehr, dass BMW in dieser Zeit, in der Meinungsmacher schon vom Ende des elektrischen Fahrens sprechen, und sich damit sehr vorbildlich an den Hype-Cycle halten,  der besagt, dass sich die Erwartungshaltung gegenüber einer neuen Technologie kurz vor ihrem Durchbruch stark südlich bewegt, auf niemanden wartet, Geld riskiert, um ein überzeugendes Produkt – laut diesem Testbericht – auf den Markt zu bringt. Ich hoffe, dieser Mut zahlt sich aus.

Apple’s upcoming innovations

Tomorrow Apple will present something. Am I going to follow the news to see what it is? Sure. Will it be something totally different/ revolutionary/ disruptively innovative? Probably not.

I suppose that we will only see one more radical innovation from Apple in the next decades – the iTV. Indeed, I expect it to change the way people watch TV. Interesting about the iTV is that we know it is in the development phase right now – which is untypical for the secrecy obsessive company. Steve Jobs himself gave a hint to the media in an interview for his biography. Why did he do this? It was always him who presented the product innovations. This way he could ensure that when the iTV is released everyone is going to see it as his – and it does not matter how much he actually could contribute to the finale product.

Every other new product will be a lighter, thinner, smaller or bigger version of the current product line-up. The people expect something else, something truly revolutionary, but they don’t even know, what it is. Though (almost) the same people are inside the companies walls, and they don’t have a clue either.

The acquisition of Sparrow by Google…

…created quite some excitement in the internet scene in the last few days. I think this case to be interesting not only for Sparrow users but for app users in general. This is a story about how independent developers are able to make a living. Mostly they sell their product at a low price because they address a huge customer group – millions of people all over the world! Although everyone pays for it only once, it’s no problem as there are so many potential customers left. Eventually this group turns out to be smaller then expected (the gap between early adopters and the early majority) and sales figures decrease. Probably the Sparrow-guys sold their baby, because they did not get the appropriate salary for their investments (any more). Nilay Patel (via Marco) gives two suggestions what Apple could do to improve the situation of independent app developers.

1) Allow developers to charge monthly/annual subscription pricing.

[...]

2) Allow developers to track the success of social and internet ad campaigns.

I would like to add a third possibility. Personally I don’t really like subscriptions for apps, because I don’t see the connection between me using the app and regular occurring costs for the developers, which would justify them. It is helpful to look at how large successful companies deal with this problem: Adobe, Microsoft etc. release new software-versions every couple of years. People who want to profit from the new features have to purchase them, others not. Why not implement this into the app store? As soon as a big update with great new features is finalized, it replaces the former version on the app store. Previous users can decide, if they want to upgrade (perhaps with a 20% price reduction) or not. What do you think?

Und die Jungen haben Europa gerettet.

Vor kurzem las ich auf süddeutsche.de einen Artikel, in dem einige Spanier ihre Situation beschreiben. Die Berichte erschüttern, obwohl man sich hier im sonnigen München nicht so richtig verstehen kann, was es bedeutet, wenn jeder zweite jugendliche und jeder dritte erwachsene Spanier keine Arbeit findet. Angesichts dieser Zahlen erscheint es im Land erstaunlich ruhig zu sein, und damit meine ich nicht nur Demonstrationen und Proteste. Unter diesen Bedingungen muss sich niemand für seine Arbeitslosigkeit schämen. Könnte diese erzwungene Erwerbslosigkeit nicht auch sehr viel Energie freisetzen?

Im Gespräch beschwerte sich ein Unternehmer über die Unfähigkeit der Regierung zur Hilfe. Ich frage mich dabei, wie diese aussehen soll. In den meisten Fällen scheinen mir Subventionen mehr Geldverbrennung als nachhaltige Wertschöpfung zu sein. Nein, ich denke nicht nur in Spanien, in ganz Europa müssen die – vor allem jungen – Menschen selbst tätig werden. Mit der freigesetzten Energie Produkte zu entwickeln und im eigenen Land herzustellen. Produkte, die Spaß machen, weil sie hochwertig sind und lange leben. Ein Siegel – Hecho de Indignados – könnte garantieren, dass es diese Erwartungen erfüllt. Wenn alle jungen Europäer auf dieses Siegel achten, könnte eine europaweite Solidarität entstehen.

Welche Rolle kann der Staat dabei spielen? Ich denke, dass er in Zeiten der Krise vor allem für eines sorgen sollte: Bezahlbaren Raum. Zum Leben, und zum Ausstellen. Wo Mangel herrscht, sollte der Staat die Bebauung brachliegender Flächen vorantreiben. Wo bewohnte Gebäude verfallen, sollte er die Modernisierung vorfinanzieren, die dann von den Heizeinsparungen rückfinanziert werden könnte. Außerdem könnten Start-Ups in den ersten Monaten bei den Mietkosten unter die Arme gegriffen werden, und in der Innenstadt Ausstellungsräume vergünstigt zur Verfügung stehen. So könnte auch dort wieder frisches Leben entstehen. Vielleicht würde dieses Konzept nicht nur Spanien, ja ganz Europa wieder auf die Beine bringen.

Die Bar

„Wir gingen hin, weil wir dort alles bekamen. Wir gingen hin, wenn wir Durst hatten, versteht sich, aber auch wenn wir hungrig waren oder hundemüde. Wenn wir glücklich waren, gingen wir hin, um zu feiern, wenn wir traurig waren, um Trübsal zu blasen. Nach Hochzeiten und Begräbnissen gingen wir hin um unsere Nerven zu beruhigen, und vorher, um uns schnell Mut anzutrinken. Wir gingen hin, wenn wir nicht wussten, was wir brauchten, in der Hoffnung, jemand könnte es uns sagen. Wir gingen hin, wenn wir Liebe suchten oder Sex oder Ärger oder wenn jemand verschwunden war, denn früher oder später tauchte dort jeder auf.“

So wird im Prolog des Buches „Tender Bar“ von JR Moehringer die Bar beschrieben. Ich habe sie noch nicht gefunden. Ich suche noch, es ist nicht einfach. Nicht nur die Bar, auch ich muss etwas dafür geben.

Die Bar. Vielleicht sollte ich das nicht tun, aber ich kann nicht anders als hohe Anforderungen an die Einrichtung zu setzen. Sie soll opulent, aber nicht neu sein, im Gegenteil, vom Leben in diesem Raum gezeichnet. Ein Sessel beispielsweise, der zwar schon tausend und eine Nacht durchgemacht hat, und trotzdem noch steht. Ein Tresen, dunkel und schwer, Scharten im Holz. Dahinter Männer und Frauen, über Jahre die selben. Das Licht genau auf der scharfen Schneide zwischen hell und dunkel. Ich kann bei Musik nicht weghören, was die Sache nicht einfacher macht. Dolly Parton Platten vielleicht?

Ich. Doch es liegt auch an mir. Um diese Bar zu finden, muss man suchen. Jeden Abend eine andere ausprobieren, und wenn an damit fertig ist, noch mal von vorne. Viele Kompromisse machen, denn ohne geht es nicht (oder?). Und wenn man sie glaubt gefunden zu haben (Gibt es da draußen nicht vielleicht doch noch eine Bessere?), muss man wieder kommen, immer wieder. Genügt ein Mal in der Woche? Zwei Mal ist besser.

Und was dann? Vielleicht wird es langweilig, vielleicht ein zweites Zuhause, wer kann das schon wissen. Und wenn ich nun immer wieder einkehren, was macht die Bar dann mit mir? Hier wird es spannend, auch ein bisschen gefährlich.

Ich mach es mir einfach und denke, irgendwann findet die Bar mich.

Bürgerbeteiligung

Am vergangenen Sonntag wurden eine Million Münchner aufgerufen, ihre Meinung zum Ausbau des Münchner Flughafens auf einem Zettel zu hinterlassen. Mit dieser Befragung wurde umgesetzt, was viele Bürger von den Parteien fordern, nämlich sie stärker beim Treffen von wichtigen Entscheidungen zu beteiligen. Doch haben sie tatsächlich Lust darauf? Zur Mittagszeit hatten 25 Prozent der Berechtigten ihre Stimme abgegeben, bis zum Abend kamen noch weitere 8 Prozent dazu. Ist das viel, ist das wenig? «Für einen Bürgerentscheid ist das ganz ordentlich.» sagt der stellvertretende Wahlamtsleiter Joachim Dyllick. Wirklich? Dieser Sonntag war ein sonniger, ein warmer Tag. Da geht man schon lieber aus dem Haus, als wenn es regnet und stürmt. Eine gute Idee ist es, auf dem Weg zum Biergarten in der nahegelegenen Schule kurz Halt zu machen.

Gute Tradition ist es, am Abend eines Wahltages den Fernseher einzuschalten, um die neusten Hochrechnungen zu erfahren. Um die Wahl nicht zu beeinflussen, ist deren Bekanntgabe erst nach Schließung der Wahllokale erlaubt. Theoretisch könnte man dies schon viel früher tun. Wahrscheinlich könnte man sich die ganze Wahl sparen, und nur hochrechnen, aber das ist ein anderes Thema. Diese Wissenshoheit ist in Zeiten von blitzschneller Informationsübertragung gefährdet, in den nächsten Jahren wird sie trotzdem noch verteidigt werden, und vielleicht für das ein oder andere taktische Manöver genutzt.

Ich frage mich, könnte es nicht sinnvoller sein, in Zeiten abnehmender Wahlbeteiligung die Informationsschleusen schon früher zu öffnen? Wir wären jederzeit über den aktuellen Stand der Stimmungslage informiert, wer diese für gut befindet, bleibt zu Hause und stärkt damit den aktuellen Stand. Kippt im späteren Verlauf das Ergebnis in die falsche Richtung, muss man sich doch noch aufs Fahrrad schwingen, um das Schlimmste zu verhindern. Dann bliebe uns auch das Genörgel am nächsten Tag erspart, dass man doch gegangen wäre, wenn man das geahnt hätte, aber jetzt sei es schon zu spät. Wir könnten uns in Biergärten zum Public Viewing einfinden, um gemeinsam die animierten Hochrechnungen zu schauen, immer stehen Menschen auf und verlassen den Platz, um sich doch noch zur Urne zu begeben. Und falls es unentschieden ausgehen sollte, gibt es Elfmeterschießen.

Facebook and the Future

My guess is that in ten years from now, Facebook will still be around, but with a different purpose. It will be just like telephone books used to be a few years ago: A register with the most important contact information of all of us. Though the conversations will take place on different channels.

Why should that happen? I suppose that being listed at a stock exchange will put pressure on Mark to get money from the data he has on his servers. A result will be that people are more careful with what kind of information they give to Facebook. That’s just a feeling and time might prove me right.

Where could conversation take place? I really like the idea of Diaspora, that everyone is owner of his data. The problem right now is that most of the people don’t own a server. That is why I ask myself: Why not offer a server plus Diaspora account for one Euro per month and one month for free for every friend you recruit? Already today but even more in future being disposer of one’s data might be worth some money.

Bloomberg Businessweek about Diaspora (in an article worth reading):

In 2011 the company [facebook] earned $5.11 per user, primarily by serving up targeted ads.

[...]

They kept talking about where to go, how to be more product-focused, and how Diaspora’s decentralized structure makes it different. Without knowing it, Diaspora was starting to play around with the ideas that had been percolating at other startups. When you own your own data, new possibilities open up: You can learn from it and profit from it. Startups are trying to see if those added benefits can shake users out of their complacency.

One model getting attention is so-called personal data lockers, which let people aggregate their data and selectively share them with businesses they trust. A new startup, Personal, has $7.6 million from funders including Steve Case’s Revolution venture fund and another locker, Singly, recently closed a $7 million round. Swift (Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication), the global cooperative that processes wire transfers between banks, plans to start testing its own locker.

Instagram

This is a typical instagram picture, I would say. I went to the movies and enjoyed the atmosphere there but with the angle of my iPhone there was no change to capture it. So I just shot the curtain and thought “Let’s see what instagram can make out of that.”

This already shows one of the main reasons why the company is incredibly successful right now: The algorithm of the filter improve the quality of pictures tremendously and it just takes a few clicks. You push the button without thinking because you know what the software can do. Some people say, that the pics looks like coming out of a 70s polaroid, but they are wrong. Of course, you cannot do as many adjustments as with other programs, but this is an advantage. The app is about easy sharing and therefore the post- production has to be fast. Fast uploads is the third reason for their success. What I like about the company is that they always stick to these functions and nothing else. They did not add something nobody would use, rather lead to confusion. That is why they have so few employees but nevertheless thirty million users.

With this increase of quality an interesting problem is rising up: There is a danger that we will be lavished by great picture with the consequence that every single picture is not that valuable. We cannot be surprised anymore which takes away the possibility to provoke something with a picture.

You cannot blame the founders to sell their company especially for this amount of money. But still it’s sad that the big five internet companies won’t permit any new competitor. Now it is the turn of new start ups to beat the grown ups, or for flickr to get back on their feet. You could argue that instagram is twitter with photos and it would be great if twitter would decide to establish a competitor.

I recommend to read this article and to watch this interview.

iPad

Langsam haben wir uns dran gewöhnt: Jährt sich die Einführung eines Apple Produkts, kocht erst die Gerüchteküche hoch und präsentiert viele Vermutungen, was der Neue alles können könnte. Dann tauchen nach und nach Bilder von Zulieferfirmen auf, die nahelegen: Viel ändern wird sich nicht. Nach der Präsentation ist bei einigen trotzdem die Enttäuschung groß. Sie wissen zwar nicht, was sie sich gewünscht hätten, aber ein bisschen toller hätte es schon sein müssen. Wo blieb denn die große Überraschung, bitte? Der Apple- Verachter bekommt also sein Argumentationsmaterial, der Fan ist trotzdem begeistert. Standard.

Diesmal war die größte Überraschung, dass die Zahl nach dem Namen verschwand. Meiner Meinung nach will Apple damit nur eines sagen: Bei dem iPad wird sich nicht mehr viel ändern. Mit der Nummer eins war das Produkt definiert, jetzt wird es nur immer besser, und das ist auch okay. MacBooks werden ja auch nicht weiter durchnummeriert. Und ganz ehrlich, im Moment gibt es doch nichts, was dem Ding fehlt. Revolutionäre Produkte tauchen auf, wenn niemand sie erwartet.

Wird Google gefährlich?

Im September 2011 fragte ich mich, ob facebook mit der Präsentation des neuen Profils, das  mit etwas Verspätung in Deutschland ankam und in den nächsten Wochen für alle Nutzer verpflichtend wird, gefährlich wird. Eher nicht, dachte ich, weil die Motivation, ein genaues und gleichzeitig übersichtliches Protokoll über das eigene Leben im Internet zu führen, für die meisten Menschen recht niedrig ist. Die Chronik wird im schlimmsten Fall zu einer Art Lebenslauf, der so durchgestylt ist, dass er wenig verrät. Auch eine Gegenreaktion ist vorstellbar, nämlich dass Privates immer seltener auf facebook preisgegeben wird. Ich halte ein wenig gepflegtes Profil als Zeichen für ein erstrebenswertes Selbstbewusstsein, vielleicht sehen das bald mehr Menschen so.

Heute stellt sich die selbe Frage für einen anderen Internetgiganten – Google. Continue reading

Das Ende des Wachstums

Bedingt durch die zunehmende Dringlichkeit wird immer öfter über Alternativen zum Wachstum als oberstes Ziel unserer Gesellschaft nachgedacht. Bisher wurde das Wachstum der Wirtschaft als Allheilmittel gegen Arbeitslosigkeit, Schulden und soziale Ungerechtigkeit gesehen. Das Kalkül war, dass Wachstum immer mehr Menschen ein festes Einkommen ermöglicht, die Rückzahlung der Staatsschulden erleichtert und zu der Lebenszufriedenheit verhilft, die der stetige Aufstieg gibt.

Der kontinuierliche Aufbrauch unserer Ressourcen und dessen kostspielige Folgen der Umweltkatastrophen zwingt uns auf kurz oder lang zum Umdenken. Eine Alternative zum Wachstum muss her. Wachstum als Ziel bedeutet für den Einzelnen das ständige Ersetzen und Bereichern des Haushaltsbestands, also ganz explizit auch durch Dinge, die weder gebraucht werden, noch lange halten. Vorschläge, die ich bisher las, forderten deshalb naheliegender Weise das Gegenteil von Konsum: Verzicht. Auf elektronische Helfer, Reisen, Plastik. Das ist weder angenehm, noch vermittelbar.

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Zwischen Freizeitfachmann und Hobbygeneralist

Ich saß gerade beim Frühstück in meinem Café, als ein Mann zur Tür herein kam und einen Stapel Magazine zurückließ. Das schicke Magazin hatte nur einen Zweck: Das Programm der Red Bull Music Academy bekannt zu machen. So erfuhr ich davon.

Am Sonntag fanden in der Nähe meiner Wohnung, genauer gesagt in der Casa Encendida, Workshops der Music Academy statt. Weil es nicht weit war, schaute ich mal vorbei und blieb bei Podiumsgesprächen hängen. Continue reading

The Big Short

The Big Short

Vor kurzem las ich das Sachbuch The Big Short, von dem ich mir einen Einblick in die Welt rund um die Wall Street und die Logik hinter ihren Geschäften erhoffte. Beide Hoffnungen haben sich erfüllt, mit einer Einschränkung: Beleuchtet wird der Zeitraum 2005 bis 2007, bis zu dem Jahr also, in dem sich alles änderte.

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Spotify & Simfy

 

 

 

 

Es gibt einige Gründe, warum ich auf Spanier und Schweden neidisch war. Ein Grund war der Zugang zu Spotify. Wahrscheinlich waren sie nicht die ersten, die es ermöglichten, jeden Musikwunsch legal in Erfüllung zu bringen, aber sie waren die Coolsten. Jedenfalls sagten das die, die auf neblige Wege an einen Account gekommen waren und über Proxyserver den verbotenen Klängen lauschten. Allen anderen blieb Simfy als deutsche Alternative. Mittlerweile habe ich ganz legal Zugang zu Spotify und ich muss sagen: Die beiden sind sich so ähnlich, dass es letztendlich nur eine Frage des Geschmacks ist, was man bevorzugt. Und mir gefällt Simfy besser. Ein gravierender Unterschied ist mir aufgefallen: Bei Spotify lassen sich Lieder über die Pause-Taste anhalten.

Gestern gab Simfy bekannt, dass kostenloses Musikstreaming nur noch 5 Stunden pro Monat möglich sei, was bedeutet, dass es quasi nicht mehr kostenlos ist. Man könnte sich jetzt sehr darüber aufregen, mir fällt es jedoch schwer. Bestimmt lässt die Gema sich ordentlich für ihr Okay bezahlen, so dass es nicht wirtschaftlich sein kann, den Zugang kostenlos anzubieten. Ich könnte mir sogar vorstellen, dass die langfristige Strategie seit jeher hieß, erst abzuwarten, bis ein bestimmter Grad an Popularität und Nutzerzahlen erreicht war, und dann die Bezahlschranke runterzulassen. Denn wenn sich die Leute schon mal an etwas gewöhnt haben, wollen sie nicht mehr drauf verzichten. 5 oder 10 Euro sind doch schon irgendwie okay. Wobei es sich ein wenig merkwürdig anfühlt, die Musik gar nicht mehr besitzt, sondern nur hören zu dürfen. Vielleicht lege ich dann im Keller ein Lager mit CDs an (wie oldschool!), für den Fall, dass ein Krieg ausbricht, und/ oder das Internet nicht funktioniert.

Wunderkinder

Letzte Woche erhielten die 6Wunderkinder 4,2 Mio. Euro vom Skype-Gründer Niklas Zennström. Das Berliner Unternehmen hat bisher ein Tool zum Erstellen und Pflegen von To Do Listen herausgebracht. Warum denkt Herr Zennström also, dass er sein Geld zurück bekommt? Weil es ziemlich gut ist. Ich benutze es gerne, die wenigen Funktionen gehen geschmeidig von der Hand, und es sieht gut aus. Erfolgreich ist es auch, 1.3 Mio. Mal wurde das App heruntergeladen, trotz eines harten Konkurrenzkampfes in dieser Branche.

Und Wunderlist ist nur eine Art Vorschau auf was noch kommen soll, das Wunderkit, mit dem wir nicht nur Listen, sondern unser Leben organisieren können. Bisher kann man noch nicht genau sagen, wie das genau aussehen wird, aber ich bin mir sicher, ziemlich schick. Und die Entwickler beherrschen schon die großen Worte, um große Erwartungen zu schüren: Das nächste SAP kommt aus Berlin, die zweite Software aus Deutschland, die die Welt erobert! Fänd ich nicht schlecht.

Was kann Europa retten?

Die Rettung Europas scheint schwierig zu sein, alle Versuche sorgen kurz für Beruhigung, und dann taucht das nächste Problem auf, und alles steht wieder in Frage: Bleiben wir zusammen oder trennen wir uns besser (wir bleiben natürlich Freunde!)?

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Bebauung

Bebauung – ein unglaublich umständliches Wort und ein starkes Argument für die deutsche Sprache. Building (englisch), edificación (spanisch) und Urbanisation (französisch) – anderswo hat man es sich nicht so schwer gemacht. Doch wichtige Themen brauchen große Worte. Continue reading

Was taugt ein Schuhkarton?

Über moderne Architektur lässt sich hervorragend diskutieren. Müssen die Gebäude dem „Zeitgeist“ entsprechen, also irgendwie die Zeit wiederspiegeln, in der wir leben? Oder ist es in Ordnung, sich die Architekten bei der Vergangenheit bedienen?  Und muss das Ergebnis ein Kunstwerk sein? Das neue ägyptische Museum in München  jedenfalls finde ich grauenhaft. Die Gründe werden bei einem Vergleich mit dem obigen Gebäude, der Ciudad de las Artes y de la Ciencias entworfen von Santiago Calatrava, umso deutlicher: Der Eindruck ist bei jedem Blickwinkel und bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen ein Anderer. Dann hat man wahrscheinlich ein komplexes Gebilde vor sich, an dem man sich nicht sattsehen kann. Taugt da ein Schuhkarton? Eher nicht.

El Café Global

Dass sich in den Einkaufsstraßen überall auf der Welt die selben Shoppingkettenableger reihen, verwundert schon lange niemanden mehr. Wer sich daran stört, findet bestimmt in den Seitenstraßen einen kleinen Laden, ein Original, in dem er sich wohlfühlt. Der Fund lässt Herzen höher schlagen und so lange man in der Stadt ist, wird man wiederkommen. Nach ein paar Städten stellt man fest, dass sich diese Cafés in ihrer Einzigartigkeit irgendwie ähnlich sind. Und es gibt auch diese Parallelen zu dem Lieblingscafé in der Heimatstadt.  Ehrlich gesagt, würde dieses Original auch gleich gut in die Heimatstadt passen, genau so wie es sich in den Paris, London oder Kopenhagen befinden könnte.

Ich stelle an mir fest, dass Kleidungsläden, die mich ansprechen, den selben Stil kultivieren, den ich (so vom Gefühl her) skandinavisch nennen würde. Sie verkaufen Casual Mode, wie er scheinbar überall auf der Welt gern getragen wird. Obwohl all diese Läden nicht zu einer Kette mit Coporate Identity gehören, folgen sie den selben ungeschriebenen Coolness Codes, genau wie ihre Nachbarn, die Cafés.

Aufgeschrieben klingt das ein wenig negativ, dabei sehe ich das gar nicht so kritisch. Lieber lasse ich mich zu der These hinreißen, dass doch alle jungen Menschen auf der ganzen Welt einen ähnlichen Stil vorziehen, weil wir doch alle die selben sind. The Kids are united. Die Alternative wäre doch: In München in Bierstuben sitzen und in Madrid in Cervecerias, die leckere Tapas und gutes Bier bieten, aber alles andere als gemütlich sind, jedenfalls nach meinem globalisierten Empfinden.